Die Regierungen von Giolitti haben das allgemeine Wahlrecht für Männer, wichtige Arbeitsnormen eingeführt, fuhren mit der Verstaatlichung der Eisenbahnen und Versicherungen fort und arbeiteten an der Zurücksetzung des Schuldenstands und an der Entwicklung der Infrastruktur. In der Außenpolitik, neben der Fortführung der eigenen kolonialen Expansion in Afrika, näherte sich Italien an den Triple Entente von Frankreich, Großbritannien und Russland.
Die Position Italiens während des Ersten Weltkriegs war zunächst neutral, um später in die Schlacht neben der Triple Entente im Jahre 1915 einzutreten. Dem General Luigi Cadorna wurde das Kommando über die Armee anvertraut und das Ziel, in Wien einzumarschieren, auch nach einem ersten italienischen Vorstoß, wurden die österreichisch-ungarische Soldaten aufgefordert, sich zu verschanzen und Widerstand zu leisten.
So kam es zu einem Krieg mit einer ähnlichen Position, wie der, die die Truppen an der Westfront ermüdete: die italienische und österreichische Armee konfrontieren sich ohne erhebliche Eroberungen für den Rest des Jahres 1915, das ganze 1916 und zum großen Teil des Jahres 1917.
Am 24. Oktober 1917 haben die Österreicher-Ungarn und die Deutschen die Front durchstoßen und die italienische Armee in der Nähe von Caporetto attackiert: die Niederlage war so groß, dass der Name der Stadt bis heute ein Synonym für eine Niederlage ist, was dazu führte, dass der General Cadorna mit dem Marschall Armando Diaz als Generalstab ersetzt wurde.
Diaz erleichterte die eiserne Disziplin, die von Cadorna eingeführt wurde und da die italienischen Truppen bis zu der Linie des Flusses Piave zurückgezogen waren, begann eine militärische Taktik, die eher auf eine Verteidigung des Territoriums basierte, anstatt auf unnötige Offensive.
Im Oktober 1918, ein Jahr nach dem Desaster von Caporetto, ausgehend von Vittorio Veneto, die Offensive der italienischen Armee. Die Österreicher-Ungarn waren nun in großen schwieriger Verfassung versetzt worden, das Land war am Rande des wirtschaftlichen Zusammenbruchs und die italienischen Truppen hatten keine großen Probleme, in den Regionen Venetien und Friuli einzutreten. Am 3. November desselben Jahres unterzeichnete in Padua die österreichisch-ungarischen Armee den Waffenstillstand und Diaz kündigte den Sieg und die Angliederung, und hinterher die der Städte Rovinj, Porec, Zadar und Rijeka an.
Das Königreich Italien beendet somit seine Operation der Wiedervereinigung durch die Annexion von Südtirol-Trentino, Julisch Venetien, Istrien und einige Gebiete des Friauls.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Position des Landes instabil, die italienischen Banken kündigten Armut an und die Rohstoffe waren knapp. Das allgemeine Klima der Unzufriedenheit, das sich langsam verbreitete, war ein fruchtbarer Boden für die Entstehung von Bewegungen, die den Ideologien des Militarismus und sozialer Befreiung zu Eigen machten.
Im Jahr 1919 gründete Benito Mussolini in Mailand die erste sozialistische Kampfpartei, wobei er die Symbolik der Bewegung auf Symbole wie die des Schädels und schwarzes Hemd basierte.
Die faschistische Aktions-Truppen haben sich in Italien in diesen Jahren zu echten paramilitärischen Organisationen verbreitet, sie stießen immer wieder mit den Sozialisten zusammen und im Jahre 1921 gründeten sie die PNF - Nationale Faschistische Partei, die schließlich die Bewegung in eine politische Partei umwandelte.
In einem Klima der ungestraften Gewalt, das sie selbst geschaffen hatten, gewannen die Faschisten 45 Sitze in den Wahlen von 1921. Danach begann Mussolini seine Pläne für den Aufstand gegen den schwachen italienischen Staat und im Oktober 1922 marschierten die faschistischen Truppen, nachdem sie einen Großteil des Landes erobert haben, nach Rom, wo der König Mussolini beauftragte, eine neue Regierung zu bilden.
Mussolini erklärte sich bald zum Diktator, und in kurzer Zeit wurden die alle nicht faschistischen Parteien und Verbänden aufgelöst, die Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit und Wortfreiheit wurden aufgehoben und man hat die Todesstrafe wieder eingeführt.
Die faschistische Diktatur wurde in den Jahren nach dem Krieg mit zahlreichen Problemen konfrontiert, wie die Abwertung der Währung, die hohen Schulden, die Italien belasteten und die konfliktreiche Beziehung zur Kirche, zumindest in die ersten Jahren.
In den Jahren der faschistischen Herrschaft, waren die Kolonien im Ausland, insbesondere Eritrea, das Objekt einer starken Politik der Modernisierung, die die Zustimmung zu der Regierung innerhalb des Landes erhöhte.
Im Jahre 1938 verband sich Hitlers Deutschland mit Österreich, im Visier auch Tschechoslowakei. Nachdem Mussolini Äthiopien erobert hatte, identifiziert er Albanien, als ideale neue Kolonie Italiens, die beiden unterzeichneten den Stahlpakt 22. Mai 1939 und Europa bereitet sich auf einen neuen globalen Konflikt vor.
Im Jahre 1940 ist Italien an der Seite von Deutschland, in den Krieg gegen Frankreich und das Vereinigten Königreich gezogen.
Die unglaublichen Erfolge von Hitler in den Jahren 1939 und 1940 hatten Mussolini davon überzeugt, dass der Krieg schnell zu Gunsten des deutschen Nationalsozialismus entschieden werden konnte: Mussolini glaubte fest an den Sieg von Hitler mit einer Art Blitzkrieg, etwas, das aber nie stattgefunden hat, statt dessen näherte sich der Konflikt mit der Zeit globalen Ausmaße.
Italien zeigte sich sehr unvorbereitet, um einen so gewaltigen Krieg bewältigen zu können, und am Ende des Konflikts im Jahr 1945 befand sich das Land in einem kritischen Zustand: die Kämpfe und die alliierten Bombenangriffe hatten viele Städte und Dörfer in Schutt und Asche gelegt, die wichtigen Informationswege wurden unterbrochen, und das Gebiet wurde von den anglo-amerikanischen Truppen besetzt.
Nach dem Krieg war die Unzufriedenheit in der Bevölkerung gegen die Monarchie sehr hoch, so dass am 2. Juni 1946, ein Referendum endgültig die Monarchie als Institution sanktionierte, das Ende derselben und die Geburt der italienischen Republik beschloss.
Die junge Republik erlebte schwierige Jahre, auch wenn in den späten 50er und Anfang 60er Jahren Italien ein wahrer wirtschaftlicher Aufschwung mit einem BIP-Wachstum und Verbrauch verzeichnet, der zu den höchsten gehörte, die jemals im Land verzeichnet wurden.
Der erste Präsident des Rates im Jahre 1946 war Alcide De Gasperi und die italienische Regierung, mit wenigen Ausnahmen abgesehen, blieb bis 1993 in demokratischen Händen. Seit 1992 vor allem nach der politischen Revolution „Mani Pulite“, in Bezug auf die Ausbreitung des Phänomens der Bestechung, spricht man auch von der sogenannte Zeit der Zweiten Republik, in welcher in Italien sich das Phänomen der Bipolarität formt, das auch die heutige Zeit kennzeichnet.